Seltsam oft in meinem Leben habe ich gedacht, dass ich bereits zu alt bin für irgendwas. Wie ein Lebensgefühl, das mich lange begleitet, leider schon zu alt zu sein.
Meine Kindheit habe ich irgendwann vergessen. Mein Leben hat mich hart gemacht irgendwann. Ich rufe ungern andere Menschen an, weil ich das Gefühl nicht mag, wenn es unpassend sein könnte.
Mein ganzes Leben hatte ich Angst vor Abweisung. So groß, dass ich aufgehört habe vieles zu tun, was eigentlich zu mir gehört. Seit ich denken kann, glaube ich dass ich alles alleine schaffen muss.
Ich habe 3 Väter in meinem Leben. Einer war da und ist gegangen. Einer ist gekommen und geblieben. Und zu einem bin ich selbst gegangen.
Ich weiß, dass mein Leben auch anders hätte verlaufen können. Ich denke, ich hatte das Glück, dass andere immer mehr an mich geglaubt haben als ich selbst. Ich weiß, dass es anderen das nicht so geht. Andere schaffen das nicht da raus.
Würdest du mir glauben, dass das alles Schlechte in der Welt dadurch entsteht, dass Menschen sich nach der Liebe eines Vater sehnen? Würdest du mir glauben, dass das der Grundgedanke des Christentums ist? Wärt ihr bereit, euch selbst zu fragen, was euch antreibt? Wenn es nicht um Geld ginge?
Ich glaube auf jeden Fall nicht länger ein Betrüger zu sein. Ich hab gelernt, traurig zu sein. Ich kann Schuld tragen. Ich glaube dass ich ein guter Vater bin. Ich fühle mich so, als wäre von jetzt an jeder Tag in meinem Leben ein Besonderer.
Ich muss nicht reich sein, um mich nicht mehr einsam zu fühlen. Ich arbeite nur noch für mehr Gemeinschaft. Für mich ist das alles.